02. Juni 2019
Tag eins unserer Reise beginnt mit Frühstück zu Hause in Bayern. Gegen 10 Uhr starten wir unsere Reise und fahren in einen Hochsommertag hinen. Wir kommen sehr gut voran und genießen die Natur, durch die die Straßen führen. Gegen 16:00 Uhr erreichen wir unser erstes Ziel – Wroclaw.

Die Autobahnen in Polen sind leer und in gutem Zustand. Trotz des Geschwindigkeitslimits von 140 km/h kommt man gut an sein Ziel. Besonders auffallend im Vergleich zu Deutschland ist der fehlende Schilderwald. Hier wird auch schon einmal ein Auflösungsschild vergessen.
Angekommen in Wroclaw (dt.: Breslau) finden wir das schöne und saubere Boutique Brajt Hotel am grünen Rand der Altstadt vor. Für nur 170 Zloty (~40€) für zwei Personen ist dieses Hotel besonders attraktiv, zumal von dort alles in Fußnähe erreichbar ist.

Die wunderschöne Stadt machen besonders zwei Dinge aus – viele Studenten und viele Kirchen. Wer hier mit 30 unterwegs ist, fühlt sich in der Masse der jungen Menschen alt.
Die geschichtsträchtige Altstadt mit ihren alten Bürgerhäusern und die sakralen Bauwerke prägen das Stadtbild. Besonders sticht hier die Kathedrale des Erzbischofs am Ufer der Oder hervor.

Es gibt viele europäische Städte, die bei Touristen beliebt und deshalb überlaufen sind. Die polnische Metropole Breslau lässt sich hingegen ohne Hektik und Touristenmassen erkunden.
Auf unserer Entdeckungstour mit perfektem Wetter sehen wir auch den Umbruch in der Stadt. Einzelne Häuser sind alt und verfallen. Der Großteil der Gebäude glänzt jedoch durch Erneuerung. Alte Häuser werden (wieder-) aufgebaut, vom klassischen bis zum modernen Stil.
Auf dem Rathausplatz findet ein Jahrmarkt im Stil eines Europamarktes statt. Diverse Speisen und Kulturen bereichern diesen Spaziergang und nach einem vielfältigen europäischen Menü für insgesamt 5€ lassen wir uns weiter treiben.

Wir finden uns im Venedig des Nordens wieder. Sechs kleine Inseln, die im Oder-Delta liegen und durch Brücken aus unterschiedlichen Stilen verbunden sind. Auch hier sieht man Unmengen von Studenten, die das schöne Wochenende ausklingen lassen.
2016 war Breslau Kulturhauptstadt Europas und hat sich wirklich schick gemacht.
Auf dem Rückweg zum Hotel treffen wir auf eine kleine, aber lebendige jüdische Gemeinde. Ein gemütliches Fest wird gefeiert mit Verkaufsständen und gutem Essen. Auf diesem Platz findet man die Synagoge, die 2010 fertig wiederaufgebaut wurde.
Von den früher 20.000 Juden sind einige 1933 ausgewandert und später hunderte von diesem Platz deportiert worden.

Es ist schön auf diesen wichtigen und hoffentlich wieder wachsenden Teil der Bevölkerung getroffen zu sein.
Die Stadt hat uns verzaubert. Für das Nachtleben sind wir heute zu müde. Die vielen Restaurants, Bars und Kneipen haben in dieser pulsierenden Studentestadt sicher einiges zu bieten.