10 Jahre Weltnaturerbe Wattenmeer und wir „mitten drin“

Am Morgen entscheiden wir uns weiterzufahren und der Nordsee einen Besuch abzustatten. Es soll nach Cuxhaven am Wattenmeer gehen.

Wir fahren auf die Autobahn, kommen gut voran und überqueren die Grenze.

Woran bemerken wir, das wir in Deutschland zurück sind? Ok, wir haben trotz Schengen ein Grenzschild gesehen. Der große Unterschied zu unserer langen Reise: das Internet, unser treuer Begleiter bricht zusammen. Unglaublich, wir haben wochenlang nicht darüber nachgedacht, es war immer und meist hervorragend, verfügbar.

Wir finden den Weg Dank Navi trotzdem.

Nach der Autobahn befahren wir die B 495. Die Sonne lacht, das Thermometer klettert Richtung 30°, wir haben nur noch 70 km und wundern uns, das unser Navi noch 2 Stunden errechnet.

Plötzlich, eine Autoschlange. Ein Ende ist nicht zu sehen, das muss unsere Fähre nach Glückstadt sein. Die einzige Elbquerung nördlich von Hamburg.

Schnell wird uns klar, hier brauchen wir mindestens 1 Stunde.

Die Elbe ist ca. 3,5 km breit. Eine Fähre fasst ca. 50 Fahrzeuge, theoretisch. Hier stehen Camper, Pkws mit Hänger und viele Lkws.

Wir haben Zeit, also zählen wir – max. 25 Fahrzeuge pro Fähre und es ist noch Vorsaison. Die armen Anwohner denken wir. Ständig nicht endend wollende Blechlawinen und selber kann man nicht schnell mal über die Elbe.

Endlich auf der Fähre über die Elbe

Wir sind ständig über oder unter Gewässern im ganzen Norden flüssig unterwegs gewesen und nun so etwas im Land der Ingenieure – traurig.

Es wird für 2021 tatsächlich ein Tunnel geplant – danach 6 Jahre Bauzeit. Warum übergibt man so ein Projekt nicht an Nationen, die über ein solches Projekt lächeln würden und tut etwas für die Anwohner?

Auf der Fähre wird uns klar, was ein Schwede mit dem Satz meinte: „in Deutschland komme ich mir immer vor wie 1976.“ Wir wollen wie in 9 anderen Ländern das Fährticket mit unserer MasterCard bezahlen. Der Fährmann schüttelt nur müde den Kopf – nur Bargeld. Ohje, die arme Familie hinter uns. Sie kommen aus Norwegen, wo es keinen € gibt. Man muss sich als Deutscher wirklich schämen, wir schreiben das Jahr 2019 und nicht 1976!

Gegen Mittag kommen wir in Cuxhaven an. Hier mündet die Elbe in die Nordsee. Hier ist das größte deutsche Seeheilbad. Hier ist auch der nördlichste Punkt Niedersachsens.

Wir treffen in diesen wunderbaren Ort zum 10 Jährigen Geburtstag „UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer“.

Das Wattenmeer ist natürlich landesübergreifend : Dänisch- deutsch- niederländisch.

Am 26.06.2009 wurde die einzigartige bizarr schöne Naturlandschaften von der UNESCO aufgenommen. Es steht damit auf einer Stufe mit dem Grand Canyon oder dem Great Barrier Reef. Das ist die höchste internationale Anerkennung, gleichzeitig auch Verpflichtung. Hier gibt es 10.000 Tier- und Pflanzenarten, die sich an die anspruchsvollen Lebensbedingungen zwischen Land und Meer sowie den Gezeiten angepasst haben.

Dieses Wattgebiet ist mit 500km das längste der Welt. Hier wurden aus 5.000 (Mitte der 70er Jahre) 40.000 Seehunde und aus wenigen hundert 5.000 Kegelrobben.

Wir finden in Strandnähe einen Parkplatz und müssen uns bei über 30° nur noch mit Badebekleidung, Sonnenmilch und Wasser versorgen.

Wir laufen über den heißen Strand und sind schnell im Watt.

Zwischen Cuxhaven und Elbmündung oder zu den Seehundebänken oder zur Insel Neuwerk kann man wandern, wenn man mag, auch mit einem Pferdewagen fahren.

Die Wattwanderwege sind mit Buschricken gekennzeichnet. Wer sich in der Zeit vertut und bei Eintreten der Flut nicht rechtzeitig zurück ist, geht zu den Rettungsbaken.

Das besondere, bei Ebbe wird Sand und Schlick freigelegt.

Wir laufen einfach der Flut entgegen. Es ist ein großartiges Erlebnis. Mit der heutigen Temperatur ein Genuss. Der Boden und das z.T. Niedrigwasser ist körperwarm. In einigen Prielen spielen vergnügt Kinder. Gut, das wir mit Sonnenmilch gut versorgt sind. Die Sonneneinstrahlung ist enorm und wird vom feuchten Boden auch noch reflektiert. Nachdem wir etliche Muscheln und Krebse gesehen haben schauen wir besser nach unten. Eine Fußverletzung wäre sicher nicht gut, wir laufen einige km.

Wir gehen bis zum knietiefen Wasser und sind überrascht wie warm das ist. Wir müssen an Thailand denken. Auch sind wir den wirklich großen Schiffen gefühlt viel näher. Ein cooles Gefühl.

Die Nordsee hat hier 30°
Rückweg Richtung Cuxhaven

Nach unserer Rückkehr am Strand würden wir gern Duschen. Nach einigem Suchen finden wir wenigstens eine Fußdusche. Einige ältere Touristen laufen auch irritiert herum, warum kann man sich am Strand nicht einfach duschen? Was machen all die Eltern, deren Kinder vergnügt im Watt gespielt haben? Hoffentlich gab es an einem versteckten, nicht auffindbaren Ort ganz viele Duschen.

Der schöne Tag rief direkt nach einem großen Eisbecher. Eisdielen gab es auch viel mehr als Duschen. Nur war da wieder das deutsche Problem: Ware nur gegen Bargeld. Sehr schade. So fahren wir mit vielen tollen Eindrücken aber ohne Eis weiter.

Wir erkunden die dänische Nehrung Holmsland Klit

Der Ort Hvide Sande liegt zwischen Nordsee und Fjord. Mitten im Ort ist eine Entwässerungsschleuse. Die Umgebung ist geprägt von Dünen.

Die größere Siedlung ist Hvide Sande (weißer Sand). Wir erkunden diese Stadt mit ihrem großen Fischereihafen. Mit knapp 3.000 Einwohnern sind die Dänen hier in der Minderheit. Die deutschen haben hier alles im Griff. Ganze Ferienhaussiedlungen in den Dünen haben kaum einheimse Bewohner oder dänische Gäste. Von Hamburg und Umland ist man in weniger als 3 Stunden hier.

Sehr einfache Idee für die z.T. sehr hohen Dünen
Blick in die Schleuse

Die Einfahrt in den Hafen soll eine Tiefe von 4,50m haben. Im Laufe von 1-2 Tagen kann diese Einfahrt versanden. Im Jahr müssen ca. 200.000 qm Sand entfernt. Der Sand wird in der Regel mit Rohrleitungen an Land gepumpt. Dadurch wird der durch Erosion abgetragene Sand wieder aufgefüllt.

Sehr beeindruckend ist die Vorstellung wie man diesen Hafen bereits 1912 gebaut hat. Es wurde Unmengen von Zement gebraucht. Das alles wurde mit Lastkähnen, Zügen, landwirtschaftlichen Anhängern und Postkutschen transportiert.

Im Hafen findet täglich 7 Uhr eine Fischauktion statt.

Hier gibt es den landeshöchsten Leuchtturm mit 38m.

Wir schauen uns diesen hübschen Ort an, verbringen anschließend den Tag bei den Windsurfern und Kitesurfern, die in großer Zahl, natürlich aus Deutschland, hier zu finden sind.

Die Holmsland Klit(Düne) ist 30 km lang und bis 2 km breit. Die meisten Siedlungen sind reine Ferienhaussiedlungen.

Am Strand genießen wir den weißen Sand, die weite Einsamkeit, aber das Wasser nur mit den Füßen. Wir sind sicher, die Eiswürfel darin nur nicht zu sehen…

Das wunderbare Gefühl am dänischen Meer stellt sich schnell ein. Man fühlt sich so wohl, weil es kaum Zäune oder Verbote gibt.

Wer mit dem Auto an den Strand möchte oder kann, der soll es doch tun. Wenn der kürzeste Weg mal über ein Grundstück geht, na und.

Wir sind nicht dazu gekommen, aber genauso einfach kann man am Strand auch reiten.

Brückentag und Cannabis

Wir stehen zeitig auf, damit wir Kopenhagen ohne Menschenmenge erkunden können. Nach einem guten Frühstück wollen wir los.

Zuvor erkunden wir uns jedoch nach Preisen für die Überfahrt nach Dänemark und entscheiden uns für die Öresundbrücke.

Das Bezahlen gestaltet sich jedoch schwierig. Den billigsten Preis bekommt man nur mit dem Bropas (muss man vorher beantragen und bezahlen). Den nächstbilligeren Preis erlangt man durch eine Buchung 14 Tage vor der Fahrt.

Da wir (wie die meisten) das vorher nicht wussten und nicht planen konnten, sind wir beim teuersten Preis dabei. Um 10€ Bearbeitungsgebühr zu sparen, wollen wir das Ticket online kaufen.

Hier geht nun unsere ganze gewonnene Zeit drauf. Der Anbieter akzeptiert nur Karten, kein PayPal. Wir bemühen uns, alle möglichen Codes für die Bezahlung einzugeben und trotzdem wird es nichts. Es wird jeder Cent vom Betreiber ausgeschöpft.

Nach gut einer Stunde vergeudeter Zeit fahren wir zur Brücke und bezahlen 10€ mehr, wie es der Inhaber geplant hat. Auch dass der Fährenpreis (Helsingborg) an den utopischen Preis angeglichen wurde, treibt die Leute zur Brücke.

Die Öresundbrücke hat auch tagesunterschiedliche Preise. So durften wir heute 68€, statt durchschnittlich 58€ zahlen – vielen Dank.

Das Mautsystem ist so erfolgreich, das die Brücke schon 2030 bezahlt ist. Deshalb werden jetzt mehr dieser Projekte geplant. Wir fühlen uns eher in die Zeit der Raubritter zurückversetzt und erinnern uns gern an die fairen Preise auf Ostsee und in den Fjorden.

Die Regierung in Kopenhagen hat ein altes Projekt neu belebt: Zwischen Jütland und Seeland könnte eine insgesamt 39 Kilometer lange Brücke entstehen – als reine Autobahn und finanziert durch Maut.

Nach nur 30 Minuten Fahrt sind wir von Malmö in der Innenstadt Kopenhagens angekommen. Da es Sonntag ist, bezahlen wir für das Parken nichts, super.

Wir laufen durch die Christiansborg nach Christiania. Dieser Stadteil wurde bekannt, da er 1971 Autonomie erlangte und so eine eigene Kommune in mitten der Hauptstadt bildet.

Hier haben die Leute ihr eigenes Recht. Das beinhaltet auch, dass auf offener Straße der Verkauf von Marijuana akzeptiert ist.

Marihuana als Pflanze oder Haschisch

Der Konsum sogenannter „weicher Drogen“ zum Beispiel Cannabis ist in Christiania von der dänischen Regierung seit dreißig Jahre toleriert und der Handel wird nur wenig behindert. Der Besitz von Haschisch ist jedoch weiterhin illegal und wird von der Polizei – verstärkt in der touristischen Hauptsaison − mit Bußgeldern geahndet, sofern Käufer Christiania mit ihrer Ware verlassen sollten. 

Wir erfreuen uns an den vielen Graffiti und schauen 2 Sprayern zu.

Rot mit 3 gelben Kreisen ist die Flagge

Die Flagge der Freistadt Christiania ist ein rotes Banner mit drei gelben Punkten. Diese Punkte repräsentieren die „i“-Punkte in „Christiania“.

Eine weitere Interpretation der Punkte ist der Wahlspruch der Freistadt „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ oder, wie einige auch sagen, „Frieden, Liebe und Harmonie“.

Bei Erkundung der Insel Christianshavn sehen wir viele gepflegte Wohnanlagen, natürlich auch die Drogenstände an der Pusher Street und viel Graffiti.

Blick in die Pusher Street

gepflegte Wohngebäude gibt es auch

Wir laufen weiter und sehen, wie ein Webespot für Renault gedreht wird. Das Kameraauto kommt aus Deutschland und ist extra dafür hier.

Auf dem Weg zurück in die Innenstadt kommen wir über ausgebaute Brückennetze. Hier sind Fahrradspuren und abgetrennt davon die Fußgängerwege. Es gibt sogar ganze Kreuzungen auf Brücken!

Im Zentrum einfach im Hausboot wohnen

Sonnenbaden, auch einfach im Zentrum

Ein Stop in Nyhavn darf natürlich nicht fehlen. Auch wir machen ein Foto mit den schönen, bunten Häusern. Wir verweilen jedoch nicht lange aufgrund der Menschenmassen hier.

Nyhaven

Auch ein Ausflug in die Einkaufsstraße darf nicht fehlen. Die letzten Mitbringsel werden besorgt und natürlich auch eine Kleinigkeit für uns.

Kopenhagen fällt besonders durch ihre Designerläden auf. Es gibt viele Läden, die einzigartige Kleidung, Schmuck, Schnitzereien usw. anbieten.

Korpus der Orgel- geschnitzt

Nach unserer Weiterfahrt erreichen wir bald die 18 Km lange Brücke über den Großen Belt (Storebælt). Sie verbindet Ost- und Westdänemark mit einander.

Großer Belt Brücke

Anschließend überqueren wir an unserem „Brückentag“ noch die kleine Beltbrücke. Es gibt einen schönen Blick auf Frederica im Norden und Middelfart im Süden.

Leuchtturm Æbelø Fyr

Das Ziel der heutigen Fahrt soll ein Häuschen auf der Nehrung Holmsland Klit am Durchstich zum Ringkøbing Fjord sein. Die Sonne strahlt. Wir haben den Fjord vor Augen und über die Straße ist ein 100 km Sandstrand. Der sollte genügen um ein paar Tage auszuruhen.

Wir müssen nach einem guten Abendessen (an der Ecke gab es frischen Fisch) gleich los. Heute Abend ist hier ein Feuer zum Midsommar…

Jeder bekommt den Text zum Mitsingen und los geht der Abend. Wir müssen uns mangels Sprachkenntnissen zurück halten. Das Tanzen in Stockholm war da einfacher.

Wir haben den Eindruck in Dänemark ist das Sonnenwendfest eine ernste Angelegenheit. Da hatten wir in Schweden mehr Spaß.

Als Abschluss laufen wir zum Stand und genießen den Blick von den hohen Dünen.

Anschließend sagen wir der Sonne gute Nacht. Der Untergang wird sich noch lange hinziehen– am längsten Tag des Jahres.

Von Stockholm über Vimmerby nach Malmö

Wir sind heute früh aufgestanden, haben im „Hasselbacken“ sehr gut gefrühstückt und haben die frühe Stunde für ein „Power- Sightseeing“ genutzt.

Die Straßen waren menschenleer und wir haben es genossen.

Vom Monteliusvägen haben wir das schöne Morgenlicht und den Ausblick auf die Altstadt genossen.

Von hier haben wir die Stadt Richtung Süden verlassen.

Der Zielort war Vimmerby, wo wir zur Mittagsstunde eintreffen.

Die Sonne scheint, der Parkplatz ist voll und leider auch der einzig manuelle Ticketschalter…

Astrid Lindgrens Welt ist eigentlich nicht eine einzige, sondern viele Welten, die an einem Ort gesammelt wurden. 

In diesen lebenden Welten werden jeden Tag bis zu 50 verschiedene Vorstellungen mit Szenen aus den Büchern gespielt. Das Besondere an dem Theater ist, dass die Zuschauer den Ereignissen sehr nahe kommen und manchmal sogar mittendrin landen.

Brüder Löwenherz

Ronja Räubertochter

Michel mit dem Suppentopf

Der Weg führt uns zunächst in Lotta’s Krachmacherstraße über Karlson vom Dach zu Michel (oder wie es eigentlich heißt: Emil) mit dem Suppentopf.

Anfang der 1990er Jahre wurden in der Krachmacherstraße die Filme über Lotta gedreht.

Haus von Tante Berg und Lotta

Kinderzimmer von Lotta

Krachmacherstrasse

In Astrid Lindgrens Welt kann man jederzeit Figuren treffen, die man zuvor nur aus den Büchern kennt.

Wir genießen den Park, auch wenn wir „nur“ große Kinder sind in vollen Zügen.

Zum vormaligen Besuch fällt auf, das die Matthisburg nicht mehr „donnert“, man nach dem Schauspiel, die Darsteller und Kulisse nicht aufsuchen darf, aber alles sehr gut organisiert ist.

Wir lassen uns treiben und besuchen selbstverständlich Pippi und die ganz neue Bühne der Brüder Löwenherz im Kirschblütental.

Wir fahren weiter nach Malmö.

Die Straßen sind sehr leer, es ist Feiertagswochenende. Wir können Dank der langen, hellen Abende noch die Stadt anschauen.Deshalb schaffen wir es in die Innenstadt, an den Strand und in die Hafenstadt Västra Hamnen.

Malmö hat zahlreiche große Plätze, breite Straßen und schmucke Boulevards. Überall ist viel Platz, selbst in der Innenstadt. Die Stadt ist deshalb auch ein Paradies für Fahrradfahrer. Malmö gilt als eine der zehn fahrradfreundlichsten Städte der Welt.

In 25 Jahren will Malmö eine halbe Million Einwohner zählen – heute sind es 340.000, hier tut sich was und wir sind sehr überrascht von dieser modernen, lebendigen Stadt am Öresund, gegenüber von Kopenhagen.

Dank dem starken Bevölkerungswachstum findet man in Malmö interessante Stadtentwicklungsprojekte und spannende Architektur. Das bekannteste Neubaugebiet ist der westliche Hafen Malmös, Västra Hamnen. Auf ehemaligem Werftgebiet der Firma Kockums ist hier eine hochmoderne Wohn- und Bürostadt entstanden, mit dem 190 m hohen Turning Torso als Wahrzeichen. Der Stadtteil ist keineswegs fertig, auch heute noch wird hier gebaut.

Wir sind wirklich beeindruckt nach unserer reichhaltigen Reise. Man fühlt sich sofort wohl und das merkt man den Menschen an.

Die Altstadt mit ihrem roten Backstein. Der um 1540 angelegte Stortorget ist der größte Platz in Malmö. An seiner Ostseite liegt das 1544–1547 erbaute, alte Malmöer Rathaus.

Nur wenige Schritte vom Stortorget entfernt liegt, eingerahmt von schönen alten Gebäuden, der kleinere Platz Lilla Torg.

Wir sind froh, diese schöne Stadt kennengelernt zu haben.

Midsommar-Digitalisierung und Parkplatzbewirtschaftung im digitalen Schweden

Wir dürfen nachts wieder dem Regen zuhören und von Sonne geweckt werden.

Unser Hotel im Schärengarten von Stockholm liegt sehr ruhig in Alleinlage am Wasser und einem Golfplatz.

Das Frühstück ist ausgezeichnet. Wir genießen es auf der Terrasse mit wunderbarem Blick.

Die Optionen für den Tag werden abgewogen und wir entscheiden uns für einen Tagesausflug auf die Insel Sandhamn.

Das Auto ist gepackt und wir wollen unsere Rechnung bezahlen. Der junge Mann an der Rezption sucht uns vergeblich in seinem Computer. Wir warten weitere 10 Minuten, ohne Ergebnis.

Der inzwischen verzweifelte, junge Mann, entschuldigt sich. Er sagt, wir können nicht bezahlen, uns gibt es nicht.

Wir sind uns nicht sicher, ob er in der 1. Stunde auf der Hotelfachschule aufgepasst hat: Warum man ein Hotel betreibt?…

Wir verabschieden uns, er entschuldigt sich nochmal, wir reisen weiter.

Die Reise zum Fähranleger ist kurzweilig. Wir wollen zum Fähranleger in Stavsnäs.

Es ist Midsommerwochenende. Alle sind unterwegs und gut gelaunt.

Kurz vor der Fähre platzen die Parkplätze aus allen Nähten.

Die Lage von Sandhamn, ziemlich weit draußen auf dem offenen Meer, hat diesen Platz zu einem beliebten Aufenthaltsort für Sommergäste und Segler gemacht. Sandhamn ist ein Zentrum für die Sommeraktivitäten der Königlich-Schwedischen-Segelgesellschaft (KSSS) und somit ein klassischer Startplatz für verschiedene Segelregatten.

Obwohl der touristische Ort überquillt, gibt es alles nur auf schwedisch.

Ein Parkplatz gibt es nirgends.

Die Blechlawine steht auf jedem Grashalm, Blümchen, Zufahrten und Waldwegen. Nur verzweifelte Autofahrer.

Ich habe kürzlich von einem Schweden gehört, bei einem Besuch in Deutschland fühlt er sich wie 1976.

Ich würde jetzt antworten, an einem solchen Hotspot hätte der Deutsche bereits 1976 ein Parkhaus gebaut.

Wir verzichten auf einen Besuch der Insel und wollen uns gar nicht vorstellen wie es dort zugeht.

10 km weiter verbringen wir diesen herrlichen Tag lieber entspannt an einem schönen Strand.

Am Nachmittag fahren wir nach Stockholm. Hier ist es recht leer.

Die meisten sind ja aufs Land gefahren.

Alle, die geblieben sind, bewegen sich nach Djurgården. Wir auch. Das einzige Hotel neben dem örtlichen und ältesten Freilichtmuseum (der Welt) – Skansen ist unser Ziel.

Hier steppt der Bär und wir mittendrin.

Skansen wurde ursprünglich als Anhang zum Nordischen Museum geschaffen und als erstes Museum seiner Art eröffnet.

Die Idee oder Aufgabe war die Sicherung, Erhaltung und Konservierung bzw. die Wiederaufstellung und Rekonstruktion von typischen Bauten und authentischen Objekten, deren Ausstattung, Einrichtungen, Möbeln, Geräte, Werkzeugen usw. 

Die meisten Häuser wurden umgesiedelt.

Das erste zweistöckige Bauernhaus

Die Dorfgemeinde baute das für einen Soldaten

Haus der Sami

Ungefähr 150 Gebäude aus allen Landesteilen und aus unterschiedlichen sozialen Umgebungen wurden in das Museum überführt.

Von Anfang an wollte Hazelius auch die Tierwelt Skandinaviens zeigen. 

Rentier

Wolf mit Jungen

Reh ohne Gehege spaziert durch den Park

Wir wollen an diesem Ort ein wenig von den Bräuchen an diesem Wochenende miterleben und werden nicht enttäuscht.

Leider gibt es keine Hinweise auf zu erwartende Musik, Tänze o.a.

Trotzdem die Hälfte aller Besucher deutsch spricht und der Rest englisch, werden nur manchmal englische Texte angeboten. Schade, das man sich nicht besser auf die zahlenden Kunden einstellt. Es wäre sehr einfach eine App in vielen Sprachen zu ermöglichen. Das ist uns in Vimmerby auch aufgefallen.

Wir folgen den Klängen der Musik und kommen zum Festplatz.

Paula darf den ungarischen Tanz spielen und die Leute erfreuen.

Dann wird um den geschmückten Baum getanzt. Wir haben viel Spaß.

Auf den Freiflächen in Skansen sitzen viele Familien und Menschengruppen und genießen ihren Feiertag.

Auf dem Weg zum Ausgang sehen wir noch viele blumengeschmückte Menschen. Der Haarkranz wird tagsüber gepflückt und gebunden.

Den ganzen Tag kommen wir zu der Ansicht: schade, dass es dieses wunderbare Fest nur in diesem Land gibt, der Sommer braucht mehr solche Feste.

Von Oslo nach Stockholm

Die Nacht hat der Natur wieder wunderbar viel Regen gebracht. Am Morgen werden wir ( fast) zuverlässig von der Sonne geweckt. Wir durften die letzte Nacht in einem Appartement auf einem Bauernhof Übernachten. Dieser liegt ganz in der Nähe der Hauptstadt. Wir haben inzwischen ein Verlangen, den Städten etwas auszuweichen.

Hier ist es sehr ruhig und es wartet ein vielfältiges Frühstück auf uns. Die Landschaft ist noch hügelig und sehr fruchtbar. Wir sehen einiges an Obstplantagen.

Aus Scheuen wurden Appartements

Aufenthalt und Frühstück

Die Fahrt geht zunächst nach Holmenkollen.

Der Holmenkollen ist ein 371 m hoher Berg nordwestlich der norwegischen Hauptstadt. Das Wohngebiet Holmenkollen liegt an den Südhängen des Berges und gehört zum bevorzugten Wohngebiet der Stadt.

Das war natürlich nicht der Grund die Autobahn zu verlassen.

Wir wollten zum Hollmenkollbakken. Er gilt als die älteste Skisprungschanze der Welt und ist die meistbesuchte Touristenattraktion Oslos.

Hier fanden schon mehrfach Skisprung-WM statt.

Im Eingangsbereich ist ein aufwendiges Skimuseum.

Als wir oben angekommen sind, ziehen leider gerade dichte Wolken auf und der Blick nach Oslo ist nur noch zu erahnen.

Wir gehören zu den ersten Touristen des Tages und schauen zu wie an Drahtseilen Rollen und Geschirr befestigt wird. Der Grund ist schnell erkennbar, hier kann man runterfahren.

Paula entschließt sich sofort runterzufahren.

Ein Flug von diesem Bakken ist für die Athleten der Welt ein absoluter Karrierehöhepunkt.
Seit einigen Jahren nun können jedoch auch „Normalsterbliche“ dieses Erlebnis nachempfinden, denn vom Schanzenturm aus führt eine ZipLine hinab, 130 Höhenmeter überwindend. Fest verankert und gesichert rauscht Paula dem Tal entgegen. Sie ist begeistert und hat noch mehr Achtung vor der Leistung der Skispringer.

Gleich nebenan können wir in das Biathlon- und Langlaufstadion, dessen Schießstand und Start- und Zielbereich sich zwischen Holmenkollbakken und Midstuen befinden. Auch hier fanden schon einige WM der Biathleten statt.

Wir machen uns jetzt auf den Weg in die Hauptstadt Oslo.

Der Ballungsraum hat fast 1 Million Einwohner. Wir sehen so viele E-Autos wie nie zuvor.

Parken ist auch ganz einfach. Man ärgert sich auch nicht über Gebühren, die erfährt man nämlich nicht…

Wir schlendern zum Königspalast durch einen schönen Stadtpark.

Anschließend Richtung Hafen. Dort kommen wir in ein modernes Wohngebiet, das einen überwältigt.

Das Hafenviertel Aker Brygge ist besonders im Sommer ein richtiger Hotspot der Stadt.

Die Stadt ist im Wandel, dieser wird vor allem am Hafen der Stadt besonders deutlich. Die früheren Kai- und Industrieanlagen, Schuppen und Lagerhallen sind einer modernen Skyline gewichen.

Wir sehen im Anschluss das markante Rathaus, in dem alljährlich der Friedensnobelpreis verliehen wird.

Wir mögen diese Stadt sehr. Nach einiger Zeit wollen wir aber doch lieber abbrechen, statt der Festung, der Oper oder Edvard Munch noch einen Besuch abzustatten. Ich liebe sein Gemälde „Der Schrei“ durfte es hier vor einigen Jahren schon bewundern.

Die Fahrt nach Stockholm verläuft trotz Stopp an der Grenze sehr zügig. Hier bekommen wir als EU Bürger die Mehrwertsteuer auf gekaufte Artikel zurück.

Wir entscheiden uns, Stockholm zu durchfahren und landen im Schärengarten in einem netten Golfhotel.

Die Sauna mit Bad im See lässt uns die Autofahrt schnell vergessen.

Leider verliert die schwedische Damen Fußballmannschaft gerade gegen die USA bei der WM.

Die Straßen waren heute sehr voll. Alle sind aus der Hauptstadt auf’s Land gefahren. Morgen und Übermorgen wird hier Mittsommer gefeiert, ein echter Feiertag.

Vom Geirangerfjord und den vielen Teslas

Der Morgen beginnt mit Ausschlafen, einem sehr guten Frühstück und ohne Regen.

Wir fahren zur Fähre und sind nach einer halben Stunde am Geiranger Fjord. Das ist der bekannteste Fjord im Land. Fjorde sind sehr steil, fast senkrecht. Oben gibt es alpine Gebirgsbereiche und fruchtbare Gebirgsalmen.

Diese Fähren fahren überall

Aufgrund des milden Klimas und der vielen Sonnenstunden gibt es auch etwas Landwirtschaft.

Im Winter, der bereits im Oktober beginnt, endet die Touristensaison schon. Die Pässe werden geschlossen und für Schiffe ist es wegen der erhöhten Lawinengefahr kaum möglich zu passieren.

Der Ort Geiranger hat nur 200 Einwohner, dagegen stehen bis zu 1 Million Besucher – das nur von Mai bis September.

Der Ort liegt 100 km im Landesinneren und ist trotzdem zweitgrößter Kreuzfahrhafen des Landes (200 Schiffe).

Die Fotos sind eine nette Erinnerung, das echte Erleben ist dennoch etwas großartiges. Wir haben die Stunden, sowie An- und Abfahrt sehr genossen.

Skandinavien ist eine Oase für Besitzer von Campern aller Art.

Es gibt reichlich und viele Stellmöglichkeiten. Norwegen hat wirklich eine Vielzahl Orte für ein unbeschwertes Reisen.

Schade, das es in Südeuropa nicht so eine wunderbare Kultur des „Urlaub machen“ gibt.

Wir bleiben oft stehen und genießen einfach. Alles ist entspannt. Jeder 2-3 Camper kommt natürlich aus Deutschland.

Am Ufer des Lusterfjords kommen wir durch den kleinen Ort Ornes. Dort dürfen wir die älteste Stabkirche der Welt bewundern. Der Ursprung geht auf das Jahr 1100 zurück. Das Nordportal ist reich verziert mit Schnitzereien.

Das nächste Ziel ist Lillehammer. Hier wurde die Winterolympiade 1994 abgehalten. Im Ort gibt es auch das Freilichtmuseum Maihaugen. Wir können es leider nicht besuchen, weil um 17 Uhr geschlossen ist – sehr unverständlich!

Wir besuchen die zwei Skisprungschanzen sehr gern, wir lieben diesen Sport als Zuschauer.

An die Schanzen schließt sich das Stadion mit dem Fackelturm. Hier fanden Eröffnungs- und Schlussfeier statt.

Bis heute gibt es hier Weltcupspringen. Hier liegt bereits ab November Schnee.

Wir sind erstaunt über den hiesigen Volkssport. Alle laufen in Sportkleidung die Treppen der Schanzen hoch.

Wir nehmen trotzdem das Auto und genießen den Blick, großartig!

Nun noch ein Thema, das uns in Norwegen sehr auffällt.

Ausgerechnet im Ölstaat Norwegen sind Stromautos Mainstream. Hier sind E- Autos keine Nische sondern Massenmarkt. In keinem Land der Welt ist die Tesla-Dichte höher als in Norwegen. Es gibt bereits 10.000 Vorbestellungen auf den Tesla 3. Selbst das für E- Autos nicht günstige Winterklima von – 20° tut den Stromern kein Abbruch. Im Mai war jede 2. Neuzulassung ein E- Auto.

Oslo darf sich mittlerweile Welthauptstadt der Elektroautos nennen. Der Nahverkehr wird natürlich auch auf Strom umgestellt. Ab 2025 werden keine Verbrennungsautos mehr zugelassen.

Der Strom in Norwegen wird übrigens emissionsfrei aus Wasser hergestellt.

Die Anreize liegen klar auf der Hand: keine 25% Mehrwertsteuer, keine Maut- und Fährgebühren, keine Kfz Steuer, die Busspuren dürfen genutzt werden, auch gibt es 8500 Ladestationen.

In Norwegen spart man beim Kauf eines 80t€ teuren Tesla im Vergleich zu einem gleichteuren PKW im Jahr ca. 7000 €.

Von Jämtland nach Trollstigen

18. Juni 2019

Wir schlafen heute aus und genießen den Blick Richtung Norwegen und die weißen Gipfel im Hintergrund.

Die erste Etappe führt uns heute nach Trondheim.

Zunächst fahren wir durch Åre. Åre liegt am Fuß des 1420 Meter hohen Berges Åreskutan.Eine Standseilbahn aus dem Jahr 1910 sowie Pendel- und Gondelbahnen und Skilifte erschließen das Skigebiet, das zu den ältesten und wichtigsten Schwedens gehört.

Im Februar fand in diesem Jahr hier die Alpine Ski WM statt.

Die Fahrt zur Grenze wird merklich hügeliger und man schaut in ein hohes Felsengebirge.

Die Grenze ist zum Glück nach Schengen geregelt.

Wir schauen aus dem Fenster und meinen in der Schweiz zu sein. Allerdings kommt hier wie bei Rosamunde Pilcher noch viel Wasser hinzu.

Die Kulisse könnte kaum schöner sein. Holzhäuser säumen weiterhin den Weg. Bisher waren sie ochsenblutrot. Das gibt es hier auch. Allerdings ist das norwegische Farbspektrum viel reichhaltiger.

Wir kommen nach Trondheim, das mit knapp 200.000 Einwohnern, nach Bergen und Oslo, eine wichtige Metropole ist. 30.000 der Bewohner sind Studenten der TU Trondheim.

Trondheim liegt an der Mündung des Flusses Nidelv auf der Position 63 Grad des Breitengrades. Der Stadtkern liegt auf einer Halbinsel.

Im Osten und Westen wird die Stadt von Gebirgsgebieten mit Gipfeln von 250 bis 550 Metern Höhe abgegrenzt.

Die Stadt hat im Durchschnitt 200 Tage Niederschlägen, wir können die Sonne genießen und sehen später im Rückspiegel ein Regengebiet. Etwa 70 bis 100 Tage liegt in Trondheim Schnee.

Wir laufen vorbei am Stiftsgården, eines der größten Holzgebäude Skandinaviens und seit 1906 die offizielle Residenz des norwegischen Königs in Trondheim.

Anschließend bewundern wir den Nidarosdom. Er gehört zu den bedeutendsten Kirchen in Norwegen und er gilt als Nationalheiligtum.

Krönungen finden hier nicht mehr statt. Der Nidarosdom ist auch seit der Reformation weiterhin Bischofskirche des Bistums Nidaros.

Das wohl bekannteste touristische Wahrzeichen der Stadt ist jedoch die „alte Stadtbrücke“ (norw. Gamle bybroen) aus dem Jahre 1862. Sie verbindet die Zentrumshalbinsel mit dem Stadtteil Bakklandet, der für seine kleinen Holzhäuser bekannt ist, die heute Cafés, Werkstätten und Boutiquen beherbergen.

Die Werften wurden auf Grund von Platzmangel später weiter unten am Fluss angesiedelt.

Weiter geht es in Richtung Geirangerfjord. Wir entscheiden uns für die Route an der Küste, obwohl sie länger dauert. Dafür ist sie aber doppelt so schön!

Auf dem Weg sehen wir viele kleine Fjorde, fahren mit zwei Fähren, sehen unendlich lang scheinende Brücken und fahren sogar durch einen Tunnel unter dem Fjord.

Auf dem Weg zu unserer Übernachtung in Valldal sehen wir die Trollstigen. Wunderbar beeindruckend. Die Bergstraße Trollstigen ist Norwegens meistbefahrene Landschaftsroute und ein Meisterwerk der Ingenieurskunst. Die Straße durchquert eine romantische Gebirgslandschaft von unvergleichlicher Schönheit.

Der Trollstigen führt in elf Haarnadelkurven mit etwa zwölf Prozent Steigung hinauf zur Passhöhe. Dabei überwindet er eine Höhendifferenz von 405 m und erreicht 700 m. Im weiteren Verlauf erreicht die Straße eine Höhe von 850 m. Auf halber Strecke führt die Straße, die Teil der Goldenen Route ist, zudem über einen eindrucksvoll rauschenden Wasserfall, den 320 Meter hohen Stigfossen. Die Passstraße wird umrahmt von den Bergen Bispen (dt. „der Bischof“, 1.450 m), Kongen (dt. „der König“, 1.614 m) und Dronninga (dt. „die Königin“, 1.701 m). Die Strecke ist witterungsbedingt nur im Sommer geöffnet und kann von etwa Mitte Mai oder Anfang Juni bis Ende September befahren werden.

Der Name Trollstigen, „Trollleiter“, kommt übrigens daher, dass in Folge des Volksglaubens die Trolle aus Trollheimen hier bergan steigen müssen, um zum goldenen Soria Moria Schloss in Jotunheimen, dem höchsten Gebirge Skandinaviens, zu gelangen.

Hier wurden elf Haarnadelkurven in die Bergwand gebaut. Auf dem höchsten Punkt von 852 Metern, nachdem man unten erst am Fjord war, ist es auch mit 8°C entsprechend kalt.

Wer die Fahrt den Trollstigen hinauf oder hinab und die spektakuläre Landschaft rundherum genießen möchte, sollte nicht Fahrer des jeweiligen Kraftfahrzeuges sein, sondern es sich auf dem Beifahrersitz bequem machen.

Für uns bis jetzt eines der Highlights der ganzen Reise!

Vom Touristencafé am oberen Ende der Serpentinen kann man über schöne Wege verschiedene Aussichtsplattformen entdecken. Die größte der Plattformen ragt über eine Kante und schwebt 200 Meter über dem Trollstigen. Am liebsten würden wir verweilen. Als wir dort oben stehen und staunen, ziehen die Regenwolken extra für uns auf – ein tolles Erlebnis.

Hier liegt sogar noch etwas Schnee. Die Überreste des letzten Winters lassen erahnen, was für Schneemassen hier im Winter liegen und warum die Bergstraße nur im Sommer geöffnet ist.

Was wir empfehlen können: Nach 20 Uhr ist alles zu und kein Touristenbus weit und breit. Hier ist es in der Nacht sowieso taghell.

Auf dem Weg nach unten kommen wir an vielen Campingplätzen vorbei. Leider regnet es und deshalb entscheiden wir uns für das großartige Fjordhotel.

Nach diesem langen Tag fallen wir nur noch ins weiche Bett.

Morgen soll es zum Geirangerfjord, einem der bekanntesten Fjorde gehen. Er gehört seit 2005 zum UNESCO Weltnaturerbe.

Von Lulea (Norrbotten) nach Mörsil (Jämtland) – wir dürfen Lappland erleben

17. Juni 2019

Der Tag beginnt sehr ruhig in „unserem“ eigenen Anwesen.

Die heutige Fahrt wird uns herrliche Natur und Begegnungen mit verschiedenen Tieren bringen.

Wir begegnen Elchen, sehen einem Ihel und einem Fuchs zu, werden von Rentieren aufgehalten, begrüßen Schlittenhunde, ein Hase läßt wegen uns nicht extra vom Löwenzahn ab und kämpfen ständig mit den Mücken.

Der Wirt baut unweit einen Wildpark auf und so dürfen wir vor unserer Weiterreise seine Elche besuchen. Er versteht sich als Auffangstation und ist genauso engagiert wie freundlich.

Wir staunen, was er schon alles angelegt hat und so freuen wir uns, das nach kurzer Zeit eine Gruppe junger Leute ihren Weg in sein Cape Wild finden.

Paula braucht nur wenige Minuten um sich in die sehr sozialen Tiere zu verlieben.

Die Reise führt uns anschließend ins benachbarte Gammelstad, übersetzt, die alte Stadt. Sie ist das alte Zentrum der Stadt Luleas. Das Kirchendorf gehört zum UNESCO Weltkulturerbe.

Rund um die Kirche ist das Kirchendorf von Gammelstad zu finden. Es ist eine Siedlung von 400 Hütten , in denen die Bewohner der Gemeinde übernachten konnten, wenn sie zum Gottesdienst nach Luleå kamen.

Wir sind fast allein in diesem schönen und verschlafenen Ort. Für Touristen ist es wohl noch zu früh.

Gestern Abend haben wir noch lange überlegt, auf die 800km nördlich gelegenen Lofoten zu fahren. Nach genauer Betrachtung von Weg und Zeit haben wir uns dann aber doch dagegen entschieden.

Nun ist der Plan, nach Trondheim zu reisen.

Wir besuchen zunächst den längsten Wasserfall Europas, den Storfosen.

Dort stehen wir am Ufer und ich staune nicht schlecht, den Waldboden voller Maronen zu sehen. Wir haben erst Juni. Ich bin begeistert.

An dieser Stelle kommen wir auf unserer Reise dem Polarkreis am nächsten.

Wir fahren weiter durch Lappland.

So sieht es überall aus
Endlos schöne Straßen

Damit wird ist eine Landschaft in Nordeuropa bezeichnet, deren Abgrenzung aber unterschiedlich gezogen wird.

Die größte Ausdehnung hat Lappland, wenn man es mit Saomi, dem Siedlungsgebiet und Kulturraum der Samen – der Urbevölkerung Lapplands – gleichsetzt.

Die Sámi sind ein indigenes Volk, das früher „Lappen“ genannt worden ist. Lappland hatte nie eine eigene Staatlichkeit und ist heute zwischen den vier Staaten Norwegen, Schweden, Finnland und Russland aufgeteilt. In einem erstarkenden Nationalbewusstsein der Ureinwohner ist die samische Flagge heute immer häufiger zu sehen. Samen bedeutet in unserer Sprache übrigens „Sumpfleute“.

Wir werden zu den Samen einen extra Blog schreiben. Wir fanden hier einige Informationen, die wir gern teilen möchten.

Wir sind überrascht, dass die Reise immer noch etwas nach Norden geht.

Nach 1 Stunde entdecke ich plötzlich die Fahne der Samen.

Wir entdecken einen Hof mit samischer Fahne. Bei genauerem Hinschauen sehen wir Schlittenhunde und auch Hundeschlitten.

An einer anderen Stelle steht ein Quad mit 6 dicken Reifen. Auch stehen an den Straßen regelmäßig Verkehrsschilder mit Vorsicht Snowmobil. Eine andere Welt – vor allem im Winter.

Von hier ist die Entfernung zum nächsten Fährhafen auf die Lofoten nur noch 4 Stunden. Dann allerdings 5 Stunden zum Übersetzen.

Als wir an Arvidsjaur vorbeikommen, entscheiden wir uns, einen Abstecher in die Stadt zu machen. Hier gibt es einen erhaltenen Stadtteil der Samen, der noch heute so genutzt wird. In Lappstaden kann man die Bauweise des Urvolkes mit ihren Kotas sehen.

Blick ins Bad…

Die Siedlung entstand, da man versuchte die Samen zu christianisieren und deshalb eine Kirchenpflicht einführte. Hier zogen zu Feiertagen also alle Samen her und so wurde es auch ein Volkstreff , das jährlich in der letzten Augustwoche stattfindet. Mit Wettkämpfen und Feiern von Hochzeiten, Taufen aber auch Beerdigungen ist es der einzige Treff des ganzen Volkes im Jahr.

Das Treffen findet noch heute einmal im Jahr hier statt.

Wir besuchen Anna-Lisas Souvenirbutik und finden schöne Produkte aus einheimischer Herstellung, von denen wir uns etwas aussuchen.

Eins fällt auf unserem Weg immer wieder auf: Die schöne Natur in Nordschweden. Mit Worten und Bildern kann man diese Pracht kaum beschreiben aber wir versuchen es trotzdem mit Fotos.

Überall ist grün. Schöne, bunte Blümchen zwischen roten Häusern und unzähligen Seen. Blauer Himmel mit interessanten Wolkenformationen.

Auch dazu gehören die Rentiere, die wir überall am Straßenrand antreffen.

Wikipedia sagt uns gleich den Unterschied zu Elchen. Rentiere sind kleiner (~1,50m) und haben ästiges Geweih. Auch die Fellfarbe ist meist heller. Elche sind im Gegensatz groß (~2,40m) mit schaufeligem Geweih.

Dass Schweden das Bargeld immer mehr abschaffen möchte, wissen wir bereits. Was sie aber anscheinend auch abschaffen wollen: Die „Schnecken“- Post. Für eine Briefmarke/ Postkarte bezahlen wir 2€.

Fahrt um den bottnischen Meerbusen – auf nach ‘Ruotsi’

16. Juni 2019

‚Ruotsi‘, so nennen die Schweden ihr Land. Wir sind deshalb erstmal am Schild der Landesgrenze vorbeigefahren. Wir wollten ja nach Schweden.

Wir stehen zeitig auf und bekommen von netten Bekannten ein kleines Frühstück auf dem Campingplatz. Um halb 9 rollen wir Richtung Kemi los.

Der ganze Tag wird im Auto verbracht und wir kennen die Positionen der Blitzer in Finnland nun auswendig. Wir kommen durch wunderschöne Landschaft, kleine Siedlungen und leere, große Straßen.

Unterwegs

Wir kommen auch an schönen Wanderwegen und Stränden vorbei, für die wir bei der nächsten Reise sicher mehr Zeit einplanen werden.

In Kemi wollen wir uns mithilfe freien Wlans ein Hotel suchen. Überraschend: Hier gibt es keinen McDonalds, der sonst immer so sicher ist, wie das Amen in der Kirche.

Im Westen Kemis fließt der Grenzfluss zu Schweden – Torne Älv. Hier wurde von verschiedenen Parteien ein wirklich schönes Grenzgebiet gestaltet und von Kronprinzessin Victoria vor ca. 10 Jahren eingeweiht. Hinter dem Einkaufszentrum ist der Fluss in einen Platz integriert, über den mehrere Brücken führen.

In diesem hervorgehobenen Bachlauf stehen auch Figuren. Dieser Platz wurde mithilfe von EU-Geldern gestaltet und gebaut. Auch ist hier eine Statue von der schwedischen Nachbarstadt zum 100. Jubiläum Finnlands.

Ein sehr gelungener Grenzübergang, man muss ihn jedoch aktiv Ausschau halten, um ihn zu finden.

Hinter der Grenze nehmen wir einen Tramper aus Frankreich mit und kommen schließlich in Luleå, Schweden an.

Wir fahren zu einer Lokation, die laut booking zwar ausgebucht ist, haben somit aber doppelt Glück. Wir schlafen im Aurora River Cabin bei Gammelstad.

Wir dürfen in den zwei wunderschönen Hütten für nur die Hälfte des Preises bleiben, da am nächsten morgen Bauarbeiten vorgenommen werden.

Die Hütten liegen alleine an einem See. Eine Hütte zum schlafen und wohnen, die andere mit einer eigenen Sauna. Nach dem Campen natürlich besonders toll. Auch der Gastgeber ist sehr freundlich und hilfsbereit.

Den restlichen Abend entspannen wir. Was uns auffällt: man sitzt oft bist 1 oder 2 in der Nacht und stellt dann wenig Müdigkeit fest. Nur mit einer Uhr hat man hier Gefühl für Zeit und Tagesablauf.

Wir haben viel Freude hier Zeit und Zivilisation zu vergessen. Die Sauna, der Kamin und Backofen werden mit Holz angeschürt, davon gibt es ja reichlich. Eine Einweisung gibt es nicht, das kann ja wohl jeder…

Der Hausbesitzer hat diese Region auch noch nie verlassen. Er sagt, Städte mag er nicht – wir können ihn gut verstehen.

Seine Geschäftsidee, er baut gerade einen Wildpark auf.

Irgendwann nach 2 Uhr gehen wir ins Bett. Über dem See wird der Wald von hinten rot angeleuchtet. Die Sonne hat jetzt ihren tiefsten Punkt.

Wir könnten noch ewig hier sitzen, aber der Tag war lang.