Von Lulea (Norrbotten) nach Mörsil (Jämtland) – wir dürfen Lappland erleben

17. Juni 2019

Der Tag beginnt sehr ruhig in „unserem“ eigenen Anwesen.

Die heutige Fahrt wird uns herrliche Natur und Begegnungen mit verschiedenen Tieren bringen.

Wir begegnen Elchen, sehen einem Ihel und einem Fuchs zu, werden von Rentieren aufgehalten, begrüßen Schlittenhunde, ein Hase läßt wegen uns nicht extra vom Löwenzahn ab und kämpfen ständig mit den Mücken.

Der Wirt baut unweit einen Wildpark auf und so dürfen wir vor unserer Weiterreise seine Elche besuchen. Er versteht sich als Auffangstation und ist genauso engagiert wie freundlich.

Wir staunen, was er schon alles angelegt hat und so freuen wir uns, das nach kurzer Zeit eine Gruppe junger Leute ihren Weg in sein Cape Wild finden.

Paula braucht nur wenige Minuten um sich in die sehr sozialen Tiere zu verlieben.

Die Reise führt uns anschließend ins benachbarte Gammelstad, übersetzt, die alte Stadt. Sie ist das alte Zentrum der Stadt Luleas. Das Kirchendorf gehört zum UNESCO Weltkulturerbe.

Rund um die Kirche ist das Kirchendorf von Gammelstad zu finden. Es ist eine Siedlung von 400 Hütten , in denen die Bewohner der Gemeinde übernachten konnten, wenn sie zum Gottesdienst nach Luleå kamen.

Wir sind fast allein in diesem schönen und verschlafenen Ort. Für Touristen ist es wohl noch zu früh.

Gestern Abend haben wir noch lange überlegt, auf die 800km nördlich gelegenen Lofoten zu fahren. Nach genauer Betrachtung von Weg und Zeit haben wir uns dann aber doch dagegen entschieden.

Nun ist der Plan, nach Trondheim zu reisen.

Wir besuchen zunächst den längsten Wasserfall Europas, den Storfosen.

Dort stehen wir am Ufer und ich staune nicht schlecht, den Waldboden voller Maronen zu sehen. Wir haben erst Juni. Ich bin begeistert.

An dieser Stelle kommen wir auf unserer Reise dem Polarkreis am nächsten.

Wir fahren weiter durch Lappland.

So sieht es überall aus
Endlos schöne Straßen

Damit wird ist eine Landschaft in Nordeuropa bezeichnet, deren Abgrenzung aber unterschiedlich gezogen wird.

Die größte Ausdehnung hat Lappland, wenn man es mit Saomi, dem Siedlungsgebiet und Kulturraum der Samen – der Urbevölkerung Lapplands – gleichsetzt.

Die Sámi sind ein indigenes Volk, das früher „Lappen“ genannt worden ist. Lappland hatte nie eine eigene Staatlichkeit und ist heute zwischen den vier Staaten Norwegen, Schweden, Finnland und Russland aufgeteilt. In einem erstarkenden Nationalbewusstsein der Ureinwohner ist die samische Flagge heute immer häufiger zu sehen. Samen bedeutet in unserer Sprache übrigens „Sumpfleute“.

Wir werden zu den Samen einen extra Blog schreiben. Wir fanden hier einige Informationen, die wir gern teilen möchten.

Wir sind überrascht, dass die Reise immer noch etwas nach Norden geht.

Nach 1 Stunde entdecke ich plötzlich die Fahne der Samen.

Wir entdecken einen Hof mit samischer Fahne. Bei genauerem Hinschauen sehen wir Schlittenhunde und auch Hundeschlitten.

An einer anderen Stelle steht ein Quad mit 6 dicken Reifen. Auch stehen an den Straßen regelmäßig Verkehrsschilder mit Vorsicht Snowmobil. Eine andere Welt – vor allem im Winter.

Von hier ist die Entfernung zum nächsten Fährhafen auf die Lofoten nur noch 4 Stunden. Dann allerdings 5 Stunden zum Übersetzen.

Als wir an Arvidsjaur vorbeikommen, entscheiden wir uns, einen Abstecher in die Stadt zu machen. Hier gibt es einen erhaltenen Stadtteil der Samen, der noch heute so genutzt wird. In Lappstaden kann man die Bauweise des Urvolkes mit ihren Kotas sehen.

Blick ins Bad…

Die Siedlung entstand, da man versuchte die Samen zu christianisieren und deshalb eine Kirchenpflicht einführte. Hier zogen zu Feiertagen also alle Samen her und so wurde es auch ein Volkstreff , das jährlich in der letzten Augustwoche stattfindet. Mit Wettkämpfen und Feiern von Hochzeiten, Taufen aber auch Beerdigungen ist es der einzige Treff des ganzen Volkes im Jahr.

Das Treffen findet noch heute einmal im Jahr hier statt.

Wir besuchen Anna-Lisas Souvenirbutik und finden schöne Produkte aus einheimischer Herstellung, von denen wir uns etwas aussuchen.

Eins fällt auf unserem Weg immer wieder auf: Die schöne Natur in Nordschweden. Mit Worten und Bildern kann man diese Pracht kaum beschreiben aber wir versuchen es trotzdem mit Fotos.

Überall ist grün. Schöne, bunte Blümchen zwischen roten Häusern und unzähligen Seen. Blauer Himmel mit interessanten Wolkenformationen.

Auch dazu gehören die Rentiere, die wir überall am Straßenrand antreffen.

Wikipedia sagt uns gleich den Unterschied zu Elchen. Rentiere sind kleiner (~1,50m) und haben ästiges Geweih. Auch die Fellfarbe ist meist heller. Elche sind im Gegensatz groß (~2,40m) mit schaufeligem Geweih.

Dass Schweden das Bargeld immer mehr abschaffen möchte, wissen wir bereits. Was sie aber anscheinend auch abschaffen wollen: Die „Schnecken“- Post. Für eine Briefmarke/ Postkarte bezahlen wir 2€.

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