Von Jämtland nach Trollstigen

18. Juni 2019

Wir schlafen heute aus und genießen den Blick Richtung Norwegen und die weißen Gipfel im Hintergrund.

Die erste Etappe führt uns heute nach Trondheim.

Zunächst fahren wir durch Åre. Åre liegt am Fuß des 1420 Meter hohen Berges Åreskutan.Eine Standseilbahn aus dem Jahr 1910 sowie Pendel- und Gondelbahnen und Skilifte erschließen das Skigebiet, das zu den ältesten und wichtigsten Schwedens gehört.

Im Februar fand in diesem Jahr hier die Alpine Ski WM statt.

Die Fahrt zur Grenze wird merklich hügeliger und man schaut in ein hohes Felsengebirge.

Die Grenze ist zum Glück nach Schengen geregelt.

Wir schauen aus dem Fenster und meinen in der Schweiz zu sein. Allerdings kommt hier wie bei Rosamunde Pilcher noch viel Wasser hinzu.

Die Kulisse könnte kaum schöner sein. Holzhäuser säumen weiterhin den Weg. Bisher waren sie ochsenblutrot. Das gibt es hier auch. Allerdings ist das norwegische Farbspektrum viel reichhaltiger.

Wir kommen nach Trondheim, das mit knapp 200.000 Einwohnern, nach Bergen und Oslo, eine wichtige Metropole ist. 30.000 der Bewohner sind Studenten der TU Trondheim.

Trondheim liegt an der Mündung des Flusses Nidelv auf der Position 63 Grad des Breitengrades. Der Stadtkern liegt auf einer Halbinsel.

Im Osten und Westen wird die Stadt von Gebirgsgebieten mit Gipfeln von 250 bis 550 Metern Höhe abgegrenzt.

Die Stadt hat im Durchschnitt 200 Tage Niederschlägen, wir können die Sonne genießen und sehen später im Rückspiegel ein Regengebiet. Etwa 70 bis 100 Tage liegt in Trondheim Schnee.

Wir laufen vorbei am Stiftsgården, eines der größten Holzgebäude Skandinaviens und seit 1906 die offizielle Residenz des norwegischen Königs in Trondheim.

Anschließend bewundern wir den Nidarosdom. Er gehört zu den bedeutendsten Kirchen in Norwegen und er gilt als Nationalheiligtum.

Krönungen finden hier nicht mehr statt. Der Nidarosdom ist auch seit der Reformation weiterhin Bischofskirche des Bistums Nidaros.

Das wohl bekannteste touristische Wahrzeichen der Stadt ist jedoch die „alte Stadtbrücke“ (norw. Gamle bybroen) aus dem Jahre 1862. Sie verbindet die Zentrumshalbinsel mit dem Stadtteil Bakklandet, der für seine kleinen Holzhäuser bekannt ist, die heute Cafés, Werkstätten und Boutiquen beherbergen.

Die Werften wurden auf Grund von Platzmangel später weiter unten am Fluss angesiedelt.

Weiter geht es in Richtung Geirangerfjord. Wir entscheiden uns für die Route an der Küste, obwohl sie länger dauert. Dafür ist sie aber doppelt so schön!

Auf dem Weg sehen wir viele kleine Fjorde, fahren mit zwei Fähren, sehen unendlich lang scheinende Brücken und fahren sogar durch einen Tunnel unter dem Fjord.

Auf dem Weg zu unserer Übernachtung in Valldal sehen wir die Trollstigen. Wunderbar beeindruckend. Die Bergstraße Trollstigen ist Norwegens meistbefahrene Landschaftsroute und ein Meisterwerk der Ingenieurskunst. Die Straße durchquert eine romantische Gebirgslandschaft von unvergleichlicher Schönheit.

Der Trollstigen führt in elf Haarnadelkurven mit etwa zwölf Prozent Steigung hinauf zur Passhöhe. Dabei überwindet er eine Höhendifferenz von 405 m und erreicht 700 m. Im weiteren Verlauf erreicht die Straße eine Höhe von 850 m. Auf halber Strecke führt die Straße, die Teil der Goldenen Route ist, zudem über einen eindrucksvoll rauschenden Wasserfall, den 320 Meter hohen Stigfossen. Die Passstraße wird umrahmt von den Bergen Bispen (dt. „der Bischof“, 1.450 m), Kongen (dt. „der König“, 1.614 m) und Dronninga (dt. „die Königin“, 1.701 m). Die Strecke ist witterungsbedingt nur im Sommer geöffnet und kann von etwa Mitte Mai oder Anfang Juni bis Ende September befahren werden.

Der Name Trollstigen, „Trollleiter“, kommt übrigens daher, dass in Folge des Volksglaubens die Trolle aus Trollheimen hier bergan steigen müssen, um zum goldenen Soria Moria Schloss in Jotunheimen, dem höchsten Gebirge Skandinaviens, zu gelangen.

Hier wurden elf Haarnadelkurven in die Bergwand gebaut. Auf dem höchsten Punkt von 852 Metern, nachdem man unten erst am Fjord war, ist es auch mit 8°C entsprechend kalt.

Wer die Fahrt den Trollstigen hinauf oder hinab und die spektakuläre Landschaft rundherum genießen möchte, sollte nicht Fahrer des jeweiligen Kraftfahrzeuges sein, sondern es sich auf dem Beifahrersitz bequem machen.

Für uns bis jetzt eines der Highlights der ganzen Reise!

Vom Touristencafé am oberen Ende der Serpentinen kann man über schöne Wege verschiedene Aussichtsplattformen entdecken. Die größte der Plattformen ragt über eine Kante und schwebt 200 Meter über dem Trollstigen. Am liebsten würden wir verweilen. Als wir dort oben stehen und staunen, ziehen die Regenwolken extra für uns auf – ein tolles Erlebnis.

Hier liegt sogar noch etwas Schnee. Die Überreste des letzten Winters lassen erahnen, was für Schneemassen hier im Winter liegen und warum die Bergstraße nur im Sommer geöffnet ist.

Was wir empfehlen können: Nach 20 Uhr ist alles zu und kein Touristenbus weit und breit. Hier ist es in der Nacht sowieso taghell.

Auf dem Weg nach unten kommen wir an vielen Campingplätzen vorbei. Leider regnet es und deshalb entscheiden wir uns für das großartige Fjordhotel.

Nach diesem langen Tag fallen wir nur noch ins weiche Bett.

Morgen soll es zum Geirangerfjord, einem der bekanntesten Fjorde gehen. Er gehört seit 2005 zum UNESCO Weltnaturerbe.

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