Brückentag und Cannabis

Wir stehen zeitig auf, damit wir Kopenhagen ohne Menschenmenge erkunden können. Nach einem guten Frühstück wollen wir los.

Zuvor erkunden wir uns jedoch nach Preisen für die Überfahrt nach Dänemark und entscheiden uns für die Öresundbrücke.

Das Bezahlen gestaltet sich jedoch schwierig. Den billigsten Preis bekommt man nur mit dem Bropas (muss man vorher beantragen und bezahlen). Den nächstbilligeren Preis erlangt man durch eine Buchung 14 Tage vor der Fahrt.

Da wir (wie die meisten) das vorher nicht wussten und nicht planen konnten, sind wir beim teuersten Preis dabei. Um 10€ Bearbeitungsgebühr zu sparen, wollen wir das Ticket online kaufen.

Hier geht nun unsere ganze gewonnene Zeit drauf. Der Anbieter akzeptiert nur Karten, kein PayPal. Wir bemühen uns, alle möglichen Codes für die Bezahlung einzugeben und trotzdem wird es nichts. Es wird jeder Cent vom Betreiber ausgeschöpft.

Nach gut einer Stunde vergeudeter Zeit fahren wir zur Brücke und bezahlen 10€ mehr, wie es der Inhaber geplant hat. Auch dass der Fährenpreis (Helsingborg) an den utopischen Preis angeglichen wurde, treibt die Leute zur Brücke.

Die Öresundbrücke hat auch tagesunterschiedliche Preise. So durften wir heute 68€, statt durchschnittlich 58€ zahlen – vielen Dank.

Das Mautsystem ist so erfolgreich, das die Brücke schon 2030 bezahlt ist. Deshalb werden jetzt mehr dieser Projekte geplant. Wir fühlen uns eher in die Zeit der Raubritter zurückversetzt und erinnern uns gern an die fairen Preise auf Ostsee und in den Fjorden.

Die Regierung in Kopenhagen hat ein altes Projekt neu belebt: Zwischen Jütland und Seeland könnte eine insgesamt 39 Kilometer lange Brücke entstehen – als reine Autobahn und finanziert durch Maut.

Nach nur 30 Minuten Fahrt sind wir von Malmö in der Innenstadt Kopenhagens angekommen. Da es Sonntag ist, bezahlen wir für das Parken nichts, super.

Wir laufen durch die Christiansborg nach Christiania. Dieser Stadteil wurde bekannt, da er 1971 Autonomie erlangte und so eine eigene Kommune in mitten der Hauptstadt bildet.

Hier haben die Leute ihr eigenes Recht. Das beinhaltet auch, dass auf offener Straße der Verkauf von Marijuana akzeptiert ist.

Marihuana als Pflanze oder Haschisch

Der Konsum sogenannter „weicher Drogen“ zum Beispiel Cannabis ist in Christiania von der dänischen Regierung seit dreißig Jahre toleriert und der Handel wird nur wenig behindert. Der Besitz von Haschisch ist jedoch weiterhin illegal und wird von der Polizei – verstärkt in der touristischen Hauptsaison − mit Bußgeldern geahndet, sofern Käufer Christiania mit ihrer Ware verlassen sollten. 

Wir erfreuen uns an den vielen Graffiti und schauen 2 Sprayern zu.

Rot mit 3 gelben Kreisen ist die Flagge

Die Flagge der Freistadt Christiania ist ein rotes Banner mit drei gelben Punkten. Diese Punkte repräsentieren die „i“-Punkte in „Christiania“.

Eine weitere Interpretation der Punkte ist der Wahlspruch der Freistadt „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ oder, wie einige auch sagen, „Frieden, Liebe und Harmonie“.

Bei Erkundung der Insel Christianshavn sehen wir viele gepflegte Wohnanlagen, natürlich auch die Drogenstände an der Pusher Street und viel Graffiti.

Blick in die Pusher Street

gepflegte Wohngebäude gibt es auch

Wir laufen weiter und sehen, wie ein Webespot für Renault gedreht wird. Das Kameraauto kommt aus Deutschland und ist extra dafür hier.

Auf dem Weg zurück in die Innenstadt kommen wir über ausgebaute Brückennetze. Hier sind Fahrradspuren und abgetrennt davon die Fußgängerwege. Es gibt sogar ganze Kreuzungen auf Brücken!

Im Zentrum einfach im Hausboot wohnen
Sonnenbaden, auch einfach im Zentrum

Ein Stop in Nyhavn darf natürlich nicht fehlen. Auch wir machen ein Foto mit den schönen, bunten Häusern. Wir verweilen jedoch nicht lange aufgrund der Menschenmassen hier.

Nyhaven

Auch ein Ausflug in die Einkaufsstraße darf nicht fehlen. Die letzten Mitbringsel werden besorgt und natürlich auch eine Kleinigkeit für uns.

Kopenhagen fällt besonders durch ihre Designerläden auf. Es gibt viele Läden, die einzigartige Kleidung, Schmuck, Schnitzereien usw. anbieten.

Korpus der Orgel- geschnitzt

Nach unserer Weiterfahrt erreichen wir bald die 18 Km lange Brücke über den Großen Belt (Storebælt). Sie verbindet Ost- und Westdänemark mit einander.

Großer Belt Brücke

Anschließend überqueren wir an unserem „Brückentag“ noch die kleine Beltbrücke. Es gibt einen schönen Blick auf Frederica im Norden und Middelfart im Süden.

Leuchtturm Æbelø Fyr

Das Ziel der heutigen Fahrt soll ein Häuschen auf der Nehrung Holmsland Klit am Durchstich zum Ringkøbing Fjord sein. Die Sonne strahlt. Wir haben den Fjord vor Augen und über die Straße ist ein 100 km Sandstrand. Der sollte genügen um ein paar Tage auszuruhen.

Wir müssen nach einem guten Abendessen (an der Ecke gab es frischen Fisch) gleich los. Heute Abend ist hier ein Feuer zum Midsommar…

Jeder bekommt den Text zum Mitsingen und los geht der Abend. Wir müssen uns mangels Sprachkenntnissen zurück halten. Das Tanzen in Stockholm war da einfacher.

Wir haben den Eindruck in Dänemark ist das Sonnenwendfest eine ernste Angelegenheit. Da hatten wir in Schweden mehr Spaß.

Als Abschluss laufen wir zum Stand und genießen den Blick von den hohen Dünen.

Anschließend sagen wir der Sonne gute Nacht. Der Untergang wird sich noch lange hinziehen– am längsten Tag des Jahres.

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