04. Juni 2019
Heute wollten wir die Polens Hauptstadt kennen-lernen.
Wir haben oft von der heimlichen Hauptstadt Krakau gehört, dort führte uns eine frühere Reise hin.

Viele sagten uns, nach Warschau müsse man nicht fahren. Das wäre ganz ehrlich die falsche Entscheidung gewesen.

Wir wollten unbedingt die Altstadt erkunden und mehr über das Warschauer Ghetto erfahren.
Trotz Großstadtverkehr, fanden wir einen altstadtnahen Parkplatz und waren auch hier überrascht, wie entspannt man flanieren konnte. Es gab einige Schulklassen, aber kaum nennenswerte “ Touristen“.
Die Altstadt hat uns mit ihren farbenfrohen Häusern und der schönen Atmosphäre in den engen Gassen begeistert. Auf dem Schlossplatz steht die Sigesmundsäule, die an die Verlegung der Hauptstadt im 16. Jahrhundert von Krakau nach Warschau erinnert.

Neben den historischen Bauten haben wir den Spaziergang durch die Grünanlagen genossen. Von einem Aussichtspunkt hat man einen wunderbaren Blick auf die Weichsel und das dahinter liegende, moderne Fußballstadion.
Die Altstadt wurde übrigens von den Deutschen in den letzten Kriegstagen komplett zerstört und seitdem nach alten Plänen vollständig wieder aufgebaut.

Auf dem Weg zurück zum Auto, das neben dem obersten Gerichtshof steht, finden wir einige Denkmäler des Warschauer Gettos. Riesige Bronzestatuen erinnern an den Aufstand, der 1943 das grausame Ende des Gettos bedeutete.


Ein paar Schritte weiter steht noch ein Überrest der 2 Meter hohen Mauer, die den Stadtteil abgrenzte.

Dies alles ist im Gegensatz zu moderner Kunst dargestellt – auf der anderen Straßenseite grasen bunte Pegasuspferde.

Wir haben auch von einer Straße gelesen, die noch im Original aus dem Ghetto erhalten gewesen sein soll. Als wir vorbeikommen, wird gerade das letzte Haus saniert und nur noch die unteren 50 Zentimeter Mauer, die unter der Abdeckplane hervorschauen, sind noch Zeugen ihrer Vergangenheit. Sie sind übersät von Schusslöchern.

Der Weg aus Warschau führt uns ins 300 Kilometer entfernte Augustów. Ein verschlafenes Örtchen im Osten der Masuren und ganz in der Nähe der Grenze nach Litauen.

Die Masuren sind eine Seenlandschaft nordöstlich von Polen und ein beliebtes Urlaubsziel für Einheimische und andere Besucher. Geprägt durch unzählige Seen von bis zu 140 Quadratkilometer Größe und durch 40% naturgeschützte Fläche ist dies das perfekte Ziel für jeden Naturliebhaber.

Auf dem Weg zu unserem Hotel, werden wir von der Polizei angehalten. Fahrzeugpapiere und Motornummer wird verlangt, um (wahrscheinlich) herauszufinden, ob das Fahrzeug gestohlen ist. Im Grenzbereich sehr sinnvoll und richtig!
Wir haben uns für ein kleines Hotel an einem der vielen Seen entschieden. Hier ist die Zeit stehen geblieben und wir treffen auf sehr freundliche Menschen. Trotz Sprachbarrieren – hier wird polnisch, russisch und weißrussisch gesprochen -bekommen wir sofort ein nettes Doppelzimmer (für 28€) und sitzen nach 10 Minuten auf einem Tretboot.
Den angebotenen Wodka verschieben wir, denn bei 29° und sooo viel Wasser vor der Tür, fahren wir raus und gehen lieber baden. Davor wurden wir allerdings gewarnt, bei nur 20° war hier noch keiner im Wasser. Wir haben es „ganz mutig“ genossen, die Ersten zu sein!


Das Tollste am Tag war eine große Fischplatte mit verschiedenen Fischen aus dem See.
