13. Juni 2019
Wir müssen heute sehr früh aufstehen. 7:30 Uhr sind wir am Hafen und müssen einchecken. Heute „verlassen“ wir Europa in Richtung Russland.
Dieser Kanal wurde für die holzverarbeitenden Industrie bereits 1856 eingeweiht.

Die Länge beträgt von Laappenranta bis zur Schleuse bei Wyborg (Russland) 42,93 Kilometer, davon liegen 19,60 Kilometer auf russischem Territorium. Die Höhendifferenz beträgt 76 m. Acht Schleusen werden dafür benötigt.
Die Fahrt ist kurzweilig, einzige Voraussetzung: man muss sehr lärmunempfindlich sein.


Nach 5 Stunden Fahrt erreichen wir Wyborg.

Wyborg liegt in Karelien und wurde im Mittelalter von den Schweden gegründet.
Die Bevölkerung der Stadt bestand ehemals aus zahlreichen Nationalitäten, insbesondere aus Finnen, Russen, Schweden und Deutschen. Heute besteht sie zu über 90 % aus Russen. Grund dafür ist, dass das finnische Wyborg im Winterkrieg 1939/40 an Russland viel und im Anschluss alle Finnen vertrieben wurden.
Nach unserer Ankunft brauchten alle viel Geduld. Die Einreise der knapp 100 Touristen zieht sich über eine Stunde.
Für uns ist seit heute Morgen Urlaub vom Urlaub. Betreutes Reisen hat auch Vorteile. Bis Samstag Abend müssen wir uns um nichts kümmern– das Gegenteil von der bisherigen Reise.
Die Busfahrt verlief ruhig und dauerte 2 Stunden.
Bevor irgendetwas von St. Petersburg zu sehen ist, wird die Landschaft vom Lakhta Center überragt. Es bietet in St. Petersburg wohl eine allzeit freie Sicht auf das benachbarte WM-Stadion. Mit 462 Metern ist es das aktuell höchste Gebäude Europas.

Wir hatten davon noch nie etwas gehört.
Es soll als Kern einer neuen City das historische Zentrum entlasten. Neben einer Aussichtsplattform gibt es hier auch Cafes, Restaurants, Kultur- und Sporteinrichtungen. Außerdem sitzt hier die Konzernzentrale von Gazprom.




Wir fahren in die Stadt und bemerken keine Unterschiede zu anderen Metropolen. Hier ist alles in der Gegenwart angekommen, von den Straßen bis zu den Gebäuden oder Menschen, die wir sehen.
Unser Hotel heißt Oktober und steht im Newskiprospekt. Das ist die Hauptstraße der Stadt.
Die Straße wurde zwischen 1711 und 1721 als Verbindung zwischen der Admiralität im Westen und dem Alexander Newski Kloster im Osten der Stadt angelegt. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts entwickelte sich daraus zunehmend eine Prachtstraße von 4,5 Kilometern.
Wir beide freuen uns auf Sanitäranlagen nach zwei Tagen Wildcampen. Besonders auf die Badewanne, die sofort genutzt wird!
Wir haben 2 Stunden Zeit und um 19 Uhr geht die Stadtrundfahrt auf der Newa (Fluss) los.

Nach der kurzen Erfahrung des hiesigen Straßenverkehrs ist die Bootstour eine willkommene Abwechslung. Wir dürfen viele schöne Seiten der Stadt entdecken und staunen, in welch gutem Zustand alles ist. Bis weit nach 22 Uhr ist es taghell und die Straßen sind voller Menschen.



Wir sind gegen 23 Uhr zurück und haben Lust auf „russischen Champagner“. Den kann man auch an der nächsten Ecke kaufen.
Der Preis liegt zwischen 2,50€ und Brut bei 3,80€. Dafür gibt es in Finnland Wasser! Leider dürfen wir ihn nicht mitnehmen, weil man Alkohol nur bis 21 Uhr kaufen darf, schade.
Der interessanteste Preis war heute Benzin. Ein Liter kostet weniger als 50 Cent.