12. Juni 2019
Wir genießen den Morgen am Meer. Nach dem Frühstück trauen wir uns ins doch recht kalte, aber sehr klare Wasser. Nun sind wir richtig wach und machen uns auf den Weg nach Lappeenranta.


Die erste Station ist Kotka. Das ist eine Hafenstadt im Süden des Landes. Es gibt einen sehr großen Hafen und das „Maretarium“-Aquarium.


Der Hafen ist der größte Exporthafen Finnlands.
Die Stadt ist sehr gepflegt, aber viel interessantes gibt es nicht.
Wir entscheiden weiterzufahren. Nächster Stopp wird Hamina sein.
Diese Stadt ist global die einzige, die achteckig angelegt ist. In der Mitte der Stadt liegt das Rathaus.
Hamina zählt zu den schönsten Städten Südfinnlands.


Hamina ist der Standort der Reserveoffiziersschule. Sie ist in einem prächtigen Gebäude aus dem Jahre 1898 untergebracht, das eher an Sankt Petersburg als an eine finnische Kleinstadt erinnert.
Von einer Stadtkarte lernen wir mehr über die Geschichte der Stadt: In ihrer ersten Form wurde sie im Jahr 1653 gegründet. Da sie das Recht hatte, am Außenhandel teilzunehmen, erlangte sie rasch großen Wohlstand. Dann kam es zum großen nordischen Krieg und alles wurde zerstört. Man entschloss sich, die Stadt in der runden Form wieder aufzubauen und zur Festung umzufunktionieren. Grund hierfür war die damalig schwedische Regentschaft, die sich vor den Russen schützen wollten.
Dieser runde Aufbau der Altstadt ist sehr besonders – nur wenige Städte auf der Welt sehen heute noch so aus.
Die Bastion ist bis heute noch erhalten und zeigt an einigen Stellen ihr Gesicht. Auch die militärische Vergangenheit spielt eine Rolle: wir sehen eine große Kadettenschule.


Im Stadtkern steht die Marienkirche aus dem 15. Jh. Sie ist das älteste Gebäude der Region. Außerdem ist die Hauptkirche der evangelisch- lutherischen Gemeinde.

Die orthodoxe Kirche Peter und Paul hat eine markante Kuppel und wurde 1832 als russische Garnisonskirche gebaut.

Die Johanneskirche ist die dritte, die für die Einwohner von Hamina gebaut wurde. Die Kirche hat die Form eines griechischen Tempels. Vor dem Bau der Kirche stand hier das Gebäude mit der Wohnung des Festungskommanden.

Die Zentralbastion oder Hamina Bastion wurde von 1801 bis 1811 gebaut. Die 58 Räume wurden als bombensichere Lager angelegt. Heute wird die Bastion als Veranstaltungsort genutzt.



Wir fahren weiter nach Verla, ein sehr interessanter kleiner Ort.
Das Fabrikdorf ist in seinem ursprünglichen Zustand aus der Zeit der Jahrhundertwende 19./20. Jahrhundert erhalten. Kernstück ist die Papierfabrik, in der Holzschliffkarton hergestellt wurde.



Das ehemalige Sägewerk ist genau so erhalten, wie es am letzten Arbeitstag vor etwa 40 Jahren verlassen wurde. Von der Fabrikhalle und Fabrikantenhaus bis hin zu den Arbeiterhütten ist alles in sehr guten Zustand erhalten.

Der Fabrikherr war auch an der Ausbildung der Dorfbewohner interessiert, 1890 gründete er eine kostenlose Grundschule für die Kinder von Verla.
Der Grund dafür ist, dass Verla zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt wurde.



Es ist alles sehr friedlich an dem naheliegenden See und wir besuchen anliegende Geschäfte mit hiesigen Produkten aus traditioneller Herstellung.


Auch das Museum ist einen Besuch wert und wir sehen eine Ausstellung dazu, wie man Holz und Wald in der Zukunft umweltfreundlich einbeziehen kann.



Am Nachmittag haben wir das westlichste Ziel unserer Autoreise erreicht. Morgen werden wir zunächst auf dem Wasserweg von Lappeenranta nach Sankt Petersburg reisen.

Im Hafen findet gerade ein Bikertreffen statt. Hier wird die weite Umgebung mit Heavy Metal Music beschallt. Wir suchen uns ein Quartier außerhalb der Reichweite dieser Musik.