14. Juni 2019
Unser Tag beginnt früh. Wir wollen den Tag gut nutzen, stärken uns und los geht’s.
Wir laufen zur nächsten Metro und lassen uns in den Fluss der Menschen mitziehen.
Es geht sagenhafte 95m in die Tiefe. Egal wie weit man fährt, eine Fahrt gibt es für 45ct. Großartig, das ist der einzig, richtige Weg für saubere Städte.

Nach einmaligem Umsteigen kommen wir am Kronverkskiy Prospekt, an der blauen Moschee an.
Sie kann bis zu 5000 Gläubige aufnehmen und war bis 2009 das einzige islamische Gotteshaus der Stadt.
Als sie 1913 eröffnet wurde, war sie die größte Europas.

Von dort liefen wir zur Peter und Paul Festung. Sie ist eine Festungsanlage aus dem frühen 18. Jahrhundert, die den Ursprung und das historische Zentrum der Stadt bildet. Die auf der Haseninsel in der Newa gelegene Anlage beherbergt heute vor allem Ausstellungen und Museen und ist sowohl Touristenmagnet als auch Erholungsort der Städter.
Kurze Anmerkung: Die schwarzen Striche auf einzelnen Fotos waren nicht zu vermeiden. Das sind die Vielzahl von Stromleitungen, die nicht wie in Deutschland unter der Erde sind.
Wir machen einen kleinen Umweg zum Panzerkreuzer Aurora.
Die Aurora ist ein Kriegsschiff der ehemaligen kaiserlich russischen Marine und liegt seit 1956 als Museumsschiff in St. Petersburg. Das Schiff gilt unter der Bezeichnung Panzerkreuzer Aurora als Symbol der Oktoberrevolution.


Der Weg von dort zur Hauptattraktion der Stadt führt nur noch über die Newa.

Wir erreichen den Palastplatz und sind sprachlos.


Einfach großartig hier. Wir schlendern umher und treffen uns gegen Mittag mit unserem Führer. Er ist ein 26 – jährigem Mann, der einen Master in orientalischen Sprachen hat. Ein sympathischer, sehr bescheidener, gebildeter Mann. Ein Glücksfall für uns. Wir fragen ihn, ob er auch eine deutsche Führung machen würde. Er entschuldigt sich, den das hätte er „nur“ in der Schule gelernt.

In 3 Stunden macht er nicht einen Fehler! In dieser schwierigen Sprache. Er kann jede Frage beantworten und hält sich zurück während wir – mit staunen– beschäftigt sind.

Wir müssen nirgends anstehen und er nimmt uns in eine andere Welt mit, einzigartig.

Er streut ganz dezent und wohlüberlegt kritische Bemerkungen am hiesigen politischen System ein. Wir hatten viel Spaß.

Die Ermitage an der Newa ist eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Auch der Gebäudekomplex, der das Museum beherbergt und zu dem der berühmte Winterpalast gehört, wird heute zusammenfassend als Eremitage bezeichnet.

Zu den ausgestellten Bildern gehören Werke holländischer und französischer Meister wie Rembrandt, Rubens, Matisse und Paul Gauguin.


Außerdem sind zwei Gemälde des italienischen Universalgenies Leonardo da Vinci ausgestellt. Das Museum hat etwa 2.500 Mitarbeiter.





Wir staunen, das man an alle Objekte herantreten, meist auch berühren kann. Alles ist sehr entspannt.

Nach der russischen Revolution von 1917 wurde der benachbarte Winterpalast, die ehemalige Hauptresidenz der russischen Zaren, ebenfalls dem Museum übertragen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.


Hier eine Information für unsere bayerischen Freunde.
Leo von Klenze, bayerischer Hofarchitekt, errichtete zwischen 1839 und 1852 die Neue Eremitage als letztes Gebäude; es ist vielleicht das einzige seiner Werke, das ohne die restriktiven Stilwünsche Ludwig des I von Bayern und somit ganz und gar nach Klenzes Vorstellungen entstand. Es ist das einzige Gebäude, das nicht direkt an der Newa steht.

In der Neuen Eremitage befindet sich unter anderem ein kompletter Nachbau eines eigentlich von Raffael im Vatikan gestalteten Ganges.

Die von Terebenjow mit 150 Bildhauern und Steinmetzen in Serdabol-Granit ausgeführten 10 Telamone am Ostportal sind die heute vielleicht berühmtesten Atlas-Figuren dieser Art weltweit.

Heute setzen dieser gesamten Gebäudeanlage vor allem die großen Besuchermassen, die mangelnde Standfestigkeit auf Sumpfgebiet sowie die Feuchtigkeit direkt am Fluss zu. Eine Sanierung erfolgte im Jahre 1984 und eine weitere im Jahre 2005.

Unser nächstes Ziel war die Isaak Kathedrale.

Sie ist die größte Kirche St. Petersburg und einer der größten sakralen Kuppelbauten der Welt.
Sie wurde bis 1825 anlässlich des Sieges über Napoleon gebaut.
Die Errichtung der 101 Meter hohen Hauptkuppel zog sich von 1837 bis 1841 hin. Sie war die erste große Kuppel in Metallbauweise weltweit.


Am 10. Januar 2017 verkündete der Gouverneur von St. Petersburg, dass die Kathedrale der Russischen Orthodoxen Kirche zurückgegeben werden soll. Umgehend kam es zu Protesten gegen diese Absicht und bis Januar 2019 gab es keinen entsprechenden Antrag. Laut Umfragen gibt es in einer deutlichen Mehrheit der Bevölkerung keine Unterstützung für einen solchen Übertrag.
Die Auferstehungskirche ist auch „Blutkirche“ bekannt. Sie ist nach dem Vorbild der Moskauer Basilius Kathedrale gestaltet und als einziges großes Kirchengebäude der Petersburger Innenstadt, das nicht italienischen und klassizistischen westlichen Baustilen folgt, entsprechend auffällig.

Die Orientierung an der ornamentalen und bunten Dekorationsweise der altrussischen Kunst aus der Epoche vor Peter I., die sich der westlichen Kultur noch nicht geöffnet hatte, entsprach der in der zweiten Jahrhunderthälfte am Zarenhof gepflegten Rückwendung hin zu nationalen Traditionen.

Jetzt brauchen wir etwas Entspannung und schlendern zurück zum Newskiprospekt. Wir schauen in einige Läden rein und genießen die Athmosphäre und verschiedene Produkte.
Paula möchte eine Bluse aus dem Stockmann (Designerkaufhaus) kaufen. An der Kasse werben sie mit steuerfreiem Verkauf für internationale Gäste.

Um diesen Rabatt zu bekommen, muss man seinen Pass vorzeigen. Dieser wird jedoch beim Einchecken ins Hotel abgenommen und wird erst vor der Ausreise wieder zurückgegeben.
Nette, junge Russinnen haben für uns übersetzt und versucht zu helfen. Hier war jedoch nichts zu machen und das Schild stellt sich somit als unnötig heraus.
Vor der Rückkehr ins Hotel kaufen wir den lang ersehnten Champagner und lassen nach fast 30.000 Schritten den Abend mit Brut ausklingen. Morgen geht es ja schon zurück.