Fahrt durch Litauen

06. Juni 2019

Nach einem gemütlichen Frühstück brechen wir auf und fahren eine Stunde bis zur Grenze.

Die Landschaft ist großartig, das Wetter auch und die Straßen fast leer.

Inzwischen müssen auch die Uhren eine Stunde vorgestellt werden. Daran merken wir, dass wir Richtung Osten gut voran gekommen sind.

Unser 2. Land

Erster Stopp ist Trakai.

Diese Kleinstadt lockt ungewöhnlich viele Touristen an, weil hier das meist fotografierte Motiv des Landes zu finden ist. Trakai liegt auf einer wasserumgebenen Halbinsel. Von dort gelangt man über eine Brücke zur Inselburg.

Diese wurde 1414 erstmals erwähnt. Sie diente als fürstlicher Palast und später zur Verteidigung gegen die Kreuzritter.

Der Spaziergang durch die kleine Stadt gefällt uns sehr und wir verlieben uns in die bunten Holzhäuser. Außerdem sieht man von überall auf ein Gewässer.

Nun geht es ins nahegelegenen Vilnius. Wir finden eine zentrumsnahe Tiefgarage und starten in die Stadt. Nachdem Paula Google Maps falsch herum „hält“ finden wir zufällig eine Vintage Boutique mit schöner und preiswerter Kleidung. Uns fällt wieder die sehr junge und gut gekleidete Bevölkerung auf.

Am Rathaus hängt ein Schild, auf dem das Zitat von George W. Bush ist: „Jeder, der Litauen zum Feind hat, hat auch die USA zum Feind.“ Klar, gegen wen das gerichtet ist…

Wohin man in der Altstadt schaut, überall sind Kirchen. Eine neidische Polin sagte uns, dass es allein in der Altstadt wohl mehr als 20 sind. Teilweise sieht man drei auf einmal.

Wir sind uns sicher, dass Vilnius, bezogen auf die Anzahl der Kirchen im Verhältnis zur Grundfläche, Rom locker hinter sich lässt.

Vilnius ist die Stadt der Kirchen. Gut 50 Sakralbauten aus verschiedenen Epochen liegen dort teils dicht an dicht. So sieht man direkt hinter der spätgotischen St. Annen-Kirche bereits die Kirche der Heiligen Franziskus und Bernhardine.

Vilnius, ist nicht nur Hauptstadt Litauens, sondern sicher auch „Kirchenhauptstadt“. Es gibt so viele Kirchen, dass es kaum möglich ist, sie alle zu zählen. Das Kontrastreichste ist, dass es viele leuchtende, goldene und berühmte Kirchen gibt, zusammen mit einer verlassenen, die in den Straßen der Altstadt stehen. Aber definitiv sind die Kirchen interessante historische Orte, die viele nicht enthüllte Geheimnisse enthalten. Wer daran interessiert ist, zu erfahren, in welche Vilniuser Kirche sich Napoleon Bonaparte verliebt hat oder welche Kirche 2000 mumifizierte Körper besitzt, der sollte unbedingt mal hier vorbeschauen.

Die Vilniusser Kathedrale St. Stanislaus

Nach einem Besuch der Kathedrale, gelangen wir durch den anliegenden Park zum Nationalmuseum und später an die Neris, dem Fluss durch Vilnius.

Auf der anderen Seite des Flusses sehen wir ein modernes Viertel mit Hochhäusern und viel Glas. Die flächenmäßig größte Stadt im Baltikum hat vieles zu bieten.

Als wir über die Pilies schlendern, der ältesten Straße der Stadt, kann man den Gidimas-Turm sehen. Die Straße ist der ehemalige Weg von der Burg nach Süden, Richtung Polen und Russland. Über diese Straße fuhren damals Könige, päpstliche Legaten und Gesandte anderer Länder zur Burg. Adlige und reiche Städter bauten sich hier ihre Häuser. Die Universität Vilnius nahm ein ganzes Viertel an der Pilies-Straße ein. 

Pilies mit Burg
Pilies mit Hinterhof

Auf dem Rückweg zum Auto sehen wir noch das Opern- und Konzerthaus und legen einen kurzen WLAN-Stop bei McDonald’s ein.

Litauische Oper und Balletttheater

Litauen gefällt uns in der Kürze sehr gut. Ein dickes Lob an alle, die gern englisch und/ oder deutsch mit uns sprechen. Auch genießen wir die Währung, den Euro.

Allerdings gibt es ein dickes Minus. Hier kann man nur selten mit Karte zahlen. Sehr unfreundlich war eine Verkäuferin, die jammerte, wieviel es sie kostet, ein Lesegerät zu besitzen. Wir boten ihr ein großzügiges Aufrunden der Summe an. Antwort: dann sollen wir mindestens das Doppelte zahlen. Das war sehr schade im Jahr 2019 im modernen Baltikum.

Spontan fahren wir von Vilnius in die kurische Nehrung, nach Nida. Von Kleipeda geht es mit der Fähre auf die Nehrung.

Es ist zwar hell, aber 23 Uhr. Deshalb erstmal „Gute Nacht „.

In unserem Hotel finden wir ein wirklich interessantes Bad vor…

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