07. Juni 2019
Wir haben in einem einfachen Hotel in zentraler Lage übernachtet. Dort ist man mit der Renovierung noch nicht fertig und so müssen wir bis 23 Uhr und ab 8 Uhr Handwerker ertragen. Dafür ist das WiFi gut wie lange nicht.
Fast 100 Kilometer lang, bis zu 4 Kilometer breit und riesige Sanddünen – das ist die Kurische Nehrung. Die schmale, langgezogene Halbinsel bildet einen natürlichen Damm. Er trennt das Kurische Haff von der Ostsee und hat nur eine enge, etwa 500 Meter breite Öffnung im Norden bei Klaipėda. Die südliche Hälfte der Nehrung gehört zur russischen Exklave Kaliningrad. Die nördliche Hälfte gehört zu Litauen und ist Ziel unseres heutigen Tagesausflugs.
Das Frühstück an der Ecke ist reichlich und mit 3,50€ preiswert.

Der erste Weg danach führt uns zur toten Düne.

Die Tote Düne hat ihren Namen von ihrem starken Bewuchs. Dieser führt dazu, dass sie heute nicht mehr wandert, also tot ist. Sehr lebendig sind hingegen die vielen bunten Heidekräuter, die überall aus dem Sand sprießen.
Wir müssen vom Parkplatz einen kurzen Anstieg zurücklegen. Der Blick Richtung Westen ist phantastisch. Man sieht eine großartige Landschaft in der Nähe und Ferne.


An einem schönen Platz mit Ausblick treffen wir auf eine junge Frau, die uns erzählt, dass dies der schönste Platz in Litauen sei.
Ein paar Meter weiter steht ein älterer Herr und geigt. Wir fragen ihn und Paula bekommt die Gelegenheit, auch ein paar Lieder zu spielen. Sehr schön.


Wir stoßen auf eine Skulptur aus Bronze, die den Besuch Jean-Paul Satres in Nehringa im Juli 1965 darstellt. Das Abbild eines Menschen, der durch die Nehrung-Düne geht und gegen den Wind und Sand kämpft, ist zum Teil des auf der Welt erkennbaren Images des Jean-Paul Sartre geworden.


Auf dem Weg nach Nida fahren wir einen knappen Kilometer nach Westen. Dort gibt es einen langweiligen Grenzübergang Richtung der Exklave Kaliningrad, aber anscheinend möchte niemand dort hin.

Wir freuten uns auf einen Besuch im Sommerhaus von Thomas Mann.
1929 kam Thomas Mann nach Nida/Nidden auf die Kurische Nehrung. In dieser „Sahara des Nordens“ ließ er sich ein Sommerhaus mit Blick auf das Haff und das Memeldelta bauen. Der Nobelpreisträger wurde zum Symbol des schwierigen Verhältnisses zwischen Deutschen und Litauern im Memelland.




Den Traum vom eigenen Sommerhaus hatte Thomas Mann bereits auf seinen Reisen nach Italien und in die Schweiz gehabt. Nun aber entschied er sich für einen Ort, der von München nur schwer zu erreichen war.
Nach einem gemütlichen Besuch des Thomas Mann Hauses, entschieden wir uns die Reise Richtung Riga fortzusetzen.

Dafür gab es noch einiges auf der Nehrung zu sehen.
Hier einige Fotoimpressionen:





Die Etappe bestand aus 300 Kilometern Fahrt. Autobahnen gibt es nicht und manche Straße sind in einem bedauerlichen Zustand, war kurzweilig.

Wir entscheiden uns bei 29° ein Quartier an der Ostsee in der Nähe von Jurmala zu suchen.




Wir genießen das wunderbare Wetter und sitzen im Garten einer lettischen Familie, Dank dem Internet.
Die Sonne wir erst 22:30 Uhr untergehen.