16. Juni 2019
‚Ruotsi‘, so nennen die Schweden ihr Land. Wir sind deshalb erstmal am Schild der Landesgrenze vorbeigefahren. Wir wollten ja nach Schweden.
Wir stehen zeitig auf und bekommen von netten Bekannten ein kleines Frühstück auf dem Campingplatz. Um halb 9 rollen wir Richtung Kemi los.
Der ganze Tag wird im Auto verbracht und wir kennen die Positionen der Blitzer in Finnland nun auswendig. Wir kommen durch wunderschöne Landschaft, kleine Siedlungen und leere, große Straßen.


Wir kommen auch an schönen Wanderwegen und Stränden vorbei, für die wir bei der nächsten Reise sicher mehr Zeit einplanen werden.
In Kemi wollen wir uns mithilfe freien Wlans ein Hotel suchen. Überraschend: Hier gibt es keinen McDonalds, der sonst immer so sicher ist, wie das Amen in der Kirche.
Im Westen Kemis fließt der Grenzfluss zu Schweden – Torne Älv. Hier wurde von verschiedenen Parteien ein wirklich schönes Grenzgebiet gestaltet und von Kronprinzessin Victoria vor ca. 10 Jahren eingeweiht. Hinter dem Einkaufszentrum ist der Fluss in einen Platz integriert, über den mehrere Brücken führen.


In diesem hervorgehobenen Bachlauf stehen auch Figuren. Dieser Platz wurde mithilfe von EU-Geldern gestaltet und gebaut. Auch ist hier eine Statue von der schwedischen Nachbarstadt zum 100. Jubiläum Finnlands.


Ein sehr gelungener Grenzübergang, man muss ihn jedoch aktiv Ausschau halten, um ihn zu finden.
Hinter der Grenze nehmen wir einen Tramper aus Frankreich mit und kommen schließlich in Luleå, Schweden an.
Wir fahren zu einer Lokation, die laut booking zwar ausgebucht ist, haben somit aber doppelt Glück. Wir schlafen im Aurora River Cabin bei Gammelstad.



Wir dürfen in den zwei wunderschönen Hütten für nur die Hälfte des Preises bleiben, da am nächsten morgen Bauarbeiten vorgenommen werden.
Die Hütten liegen alleine an einem See. Eine Hütte zum schlafen und wohnen, die andere mit einer eigenen Sauna. Nach dem Campen natürlich besonders toll. Auch der Gastgeber ist sehr freundlich und hilfsbereit.
Den restlichen Abend entspannen wir. Was uns auffällt: man sitzt oft bist 1 oder 2 in der Nacht und stellt dann wenig Müdigkeit fest. Nur mit einer Uhr hat man hier Gefühl für Zeit und Tagesablauf.

Wir haben viel Freude hier Zeit und Zivilisation zu vergessen. Die Sauna, der Kamin und Backofen werden mit Holz angeschürt, davon gibt es ja reichlich. Eine Einweisung gibt es nicht, das kann ja wohl jeder…
Der Hausbesitzer hat diese Region auch noch nie verlassen. Er sagt, Städte mag er nicht – wir können ihn gut verstehen.
Seine Geschäftsidee, er baut gerade einen Wildpark auf.
Irgendwann nach 2 Uhr gehen wir ins Bett. Über dem See wird der Wald von hinten rot angeleuchtet. Die Sonne hat jetzt ihren tiefsten Punkt.



Wir könnten noch ewig hier sitzen, aber der Tag war lang.